Sonntag, 6. April 2025, 17.00 Uhr, St.-Mang-Kirche
Heinrich von Herzogenberg (1843-1900):
Die Passion (gekürzte Fassung)
Solisten,
Kantorei der St.-Mang-Kirche,
collegium musicum kempten
Leitung: KMD Frank Müller
Eintritt
Eintritt: 25,- / 20,- / 15,– Euro (ermäßigt 10,- Euro)
Kartenvorverkauf:
www.ticket-regional.de,
Buchhandlung LeseZeichen Kempten
Abendkasse ab 16.00 Uhr
Einführungsvortrag zum Konzert:
Montag, 31. März, 19.00 Uhr, Gemeindehaus der St.-Mang-Kirche
Referent: Prof. Dr. Konrad Klek (Universitätsmusikdirektor Erlangen)
http://www.evangelisch-kempten.de/kirchenmusik
Wer war Heinrich von Herzogenberg?
(*10.6.1843 in Graz + 9.10.1900 in Wiesbaden)
Herzogenberg entstammte einem alten französischen Adelsgeschlecht, das in der französischen Revolutionszeit nach Österreich emigrierte und 1811 den Namen in von Herzogenberg eindeutschte. Nach der Schulzeit in seiner Geburtsstadt Graz studierte Heinrich von Herzogenberg in Wien sowohl Jura an der Universität als auch Komposition am Konservatorium. Dort kam er in Kontakt mit Johannes Brahms, mit dem er eine lebenslange Freundschaft pflegte.
1872 zog von Herzogenberg mit seiner Frau nach Leipzig in die damals lebendigste Musikmetropole Deutschlands. Entscheidend wurde hier die Bekanntschaft mit Philipp Spitta, dem Verfasser der Bach-Biografie (1873). Auf seine Anregung hin wurde 1875 der Bach-Verein gegründet mit dem Ziel, die bis dahin kaum aufgeführten Kantaten Bachs in Konzerten vorzustellen. Seit 1876 leitete Herzogenberg den Chor, was zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Werk des Thomaskantors führte und seinen Kompositionsstil wesentlich beeinflusste.
Der schon bald nach Berlin an die Musikhochschule berufene Philipp Spitta holte 1885 seinen Freund Herzogenberg als Professor für Komposition. Seit dem Sommer 1893 hatte von Herzogenberg auch regelmäßig Kontakt zu dem Strassburger Theologieprofessor Friedrich Spitta, einem jüngeren Bruder von Philipp Spitta und einem engagierten Förderer der Kirchenmusik. Herzogenberg wandte sich nun vor allem der Komposition von Kirchenmusik zu, nachdem er zuvor viel Kammermusik geschrieben hatte.
Im Jahre 1894 erhielt er von seinem Freund Friedrich Spitta den Text für eine Passion, deren Komposition er wiederum sogleich begann. Herzogenberg selbst bestritt eine Gesamtaufführung in Berlin am 3. April 1897 mit der von ihm geleiteten Musikalischen Gesellschaft. Auch heute noch werden wir von der expressiven Kraft seines harmonischen Einfallsreichtums und dem dramatischen Ausdruck eines tiefen Glaubens angezogen.
Seine fortschreitende Rheumaerkrankung zwang Herzogenberg immer wieder zur Unterbrechung seiner Berliner Lehrtätigkeit. Schließlich siedelte er nach einigen Kuraufenthalten vollständig nach Wiesbaden über, wo er am 9.10.1900 überraschend verstarb.