"Wort zur Woche" vom 25. November 2017

   Pfr. Fritz Thum

Heute schon geweint?
Es war am letzten Dienstag. Meine Frau liest ihre Mails und ruft: OH! OOOOOOH! - Ich erschrocken: Was ist passiert?
Der T. ist gestorben. - Welcher T.?
Der T. K. - OH!
Pause.
Ich: Die waren so tapfer, die beiden, so tapfer!

T.s Frau schreibt, dass man von ihm in der Wohnung Abschied nehmen kann, und dass ein großer Friede da ist. Der Sarg steht im Wohnzimmer und kann gestaltet werden. Wer will, darf kommen und etwas dazu beitragen. Ich bin betroffen. Ich weine still. T. und seine Frau haben den langen Weg durch die Krankheit gemeinsam geschafft. T. ist in der Erwartung der himmlischen Herrlichkeit gestorben. Und wer jetzt wissen will, wie T. zum Glauben an Jesus gefunden hat, der kann uns fragen. Wir erzählen es gerne. T. wird sich darüber freuen, wenn er das in der anderen Welt erfährt.
Ich weine auch jetzt still, da ich dies aufschreibe. Offen gesagt: Mir fällt immer noch mehr ein, was mich traurig macht, weil diese Welt auch so viel Trauriges mit sich bringt. Da erinnere ich mich an den Trost, den Johannes gehört hat: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung Kapitel 21) Ich erinnere mich auch an das 1. Kapitel des Briefs an die Epheser, das wir am Montag im Hauskreis gelesen haben. So stark stellt Paulus den Christen die himmlische Herrlichkeit als ihr Erbe vor Augen. Er möchte, dass sie sich darauf freuen. Aber er betont auch, dass sie jetzt schon durch den Heiligen Geist Gewissheit haben, dass sie dazugehören - und überschwänglich große Kraft.
Ja, das will ich glauben. Ich bin immer noch traurig, aber ich bin auch sehr dankbar. Still juble ich. Ich juble, weil Jesus mein Hirte ist und weil er sagt: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (Johannesevangelium Kapitel 10) Das alles beziehe ich auf mich.
Heute schon geweint? Ja! Heute schon gejubelt! Jaaa!

Pfarrer Fritz Thum, Christuskirche Kempten